Jugendkader beim Deutsch-Französischen Austausch

Artikel 2 (1) der Neufassung des zwischenstaatlichen Abkommens über das Deutsch-Französische Jugendwerk von 2005 definiert die Aufgaben des DFJW:

„Das Deutsch-Französische Jugendwerk hat die Aufgabe, die Beziehungen zwischen Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und für die Jugendarbeit Verantwortlichen in beiden Ländern zu vertiefen. Zu diesem Zweck trägt es zur Vermittlung der Kultur des Partners bei, fördert das interkulturelle Lernen, unterstützt die berufliche Qualifizierung, stärkt gemeinsame Projekte für bürgerschaftliches Engagement, sensibilisiert für die besondere Verantwortung Deutschlands und Frankreichs in Europa und motiviert junge Menschen, die Partnersprache zu erlernen. Das Deutsch-Französische Jugendwerk ist ein Kompetenzzentrum für die Regierungen beider Länder. Es fungiert als Berater und Mittler zwischen den verschiedenen staatlichen Ebenen sowie den Akteuren der Zivilgesellschaft in Deutschland und Frankreich.“ (https://www.dfjw.org/dfjw)

Wie wäre dieser Denkansatz des DFJW besser umzusetzen, als durch sportlichen Austausch im Jugendsport – speziell mit Frankreich durch ein „Pétanque-Trainingslager“.

Bereits seit vielen Jahren existiert dieser „Deutsch/Französische Austausch-Lehrgang“. Im jährlichen Wechsel treffen sich jeweils 6 ausgewählte Jugendnationalspieler/innen beider Nationen, 3 Französische und 2 deutsche Nationaltrainer für eine ganze Woche um intensiv miteinander zu trainieren.

Nachdem schon 2014 diese besondere Art eines Intensiv-Lehrgangs in Nesselbach, Nähe Schwäbisch Hall, in der Boule-Anlage „Boule-Kunst“ bei Dieter Killian (http://boule-kunst.de/) durchgeführt wurde, war man 2015 in Forbach (F) zu Gast. Die Gastfreundschaft und auch die optimalen (Trainings-, Freizeit- und Kultur-) Bedingungen in Nesselbach waren auch in diesem Jahr Grund genug, wieder in der Region Hohenlohe bei Dieter Quartier zu beziehen.

Der Lehrgang diente neben den bereits erwähnten Aspekten auch der Teamfindung für die anstehende Europameisterschaft in Monaco (Ende Oktober).

Wie auch im letzten Jahr kamen die aktuell für die EM relevanten Spieler/innen zum Einsatz:

  • Luzia Beil (Bayern),
  • Leon Gotha (BaWü),
  • Sven Laube (Saar),
  • Maurice Racz (Saar),
  • Eileen Jenal (Saar) und
  • Temur Kurbanov (Hessen).

Als Dolmetscherin in diesem Jahr hatte sich dankenswerterweise die Espoir-Spielerin Hanh Nguyen (NRW) angeboten, die ihre Sache über die ganzen Tage mit Bravour gemeistert hat.

In Bezug auf Leistungssport waren selbstverständlich die intensiven Trainingsintervalle für die zuständigen Bundestrainer Andrea Schirmer und Bernd Wormer von besonderer Relevanz. Die gegenseitige Kennenlernphase der beteiligten Spieler/innen wurde im ersten Trainingsabschnitt durch die inzwischen obligatorische Mixte(D/F)-Doubletten  absolviert.

In insgesamt 16(!) Spielen über die ganze Woche, bei denen das reine Resultat (zumindest für uns Deutsche) keine Rolle spielte, hatten die Spieler/innen sowohl in den Doubletten, als auch in den Tripletten die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen als Vorgaben zu erfüllen. Bei der großen Anzahl von konzentriert absolvierten Spielen hatten die Bundestrainer die Möglichkeit, unterschiedlichste Schwerpunkte punktuell zu testen: Unterschiedlichste Teamkonstellationen, variable Positionsvorgaben innerhalb der Teams, taktische Vorgaben, Konzentration auf die Optimierung des individuellen Bewegungsablaufs im Spiel, … Grundsätzlich wurde sowohl vor, als auch direkt nach den Spielen der jeweilige Schwerpunkt vorgegeben, bzw. die Umsetzung besprochen. Nur selten bietet sich den Bundestrainern solch eine ideale Möglichkeit, direkt auf etwaige Korrekturmaßnahmen der unterschiedlichen Bereiche zu reagieren und umgehend im Wettbewerb auf deren Auswirkungen eingehen zu können.

Auch wenn innerhalb der Trainingsintervalle nahezu grundsätzlich der sportliche Wettbewerb im Vordergrund stand, waren außerhalb der reinen Trainingszeiten in diesem Jahr wieder eine Fülle an Programmpunkten im Freizeit- und Kulturbereich vorbereitet, bei denen Dieter Killian durch seine vielfältigen Beziehungen und Kontakte vor Ort maßgeblich beteiligt war:    

  • Montag:

Besuch des Waldkletterparks beim Schloss Langenburg (http://www.waldkletterpark-hohenlohe.de/Herzlich-Willkommen?id=41) mit unterschiedlichsten Klettermöglichkeiten im „Funparcours“ und als Abschluss im „Teamparcours“ – jeweils mit (zweisprachiger) fachlich sorgfältiger Einweisung durch erlebnispädagogische Fachkräfte, die uns während des gesamten Aufenthalts zur Verfügung standen

  • Mittwoch:

Morgens: Offizieller Empfang durch und auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Langenburg

Gegen Abend: „Konzentrationstraining“ beim Bogenschießen, angeleitet durch einen ausgebildeten Trainer im Bogenschießen

Anschließendes Grillfest mit Hamburgern von Dieter

  • Donnerstag:

Orientierungslauf (Nationen-)gemischter 2er-Gruppen im Stadtzentrum Schwäbisch Hall mit 6 Aufgaben. Sowohl kulturelle Sehenswürdigkeiten der Stadt, als auch Mahnmale/Erinnerungsstätten an die schlimmen Verbrechen der jüngsten deutschen Vergangenheit des letzten Weltkrieges mussten gefunden und die damit verbundenen Aufgaben/Fragen gelöst werden.

Um 17 Uhr hatten schließlich die Spieler/innen die Aufgabe, am „Globe-Theater“ auf der Kocherinsel in Schwäbisch Hall für unseren Pétanquesport „Werbung“ zu machen – Touristen/Besucher/Neugierige zu informieren und zum Mitspielen zu animieren. Dazu wurde auch in einem offiziellen Pressebericht („Hohenloher Tagblatt“ http://www.swp.de/crailsheim/lokales/landkreis_schwaebisch_hall/Jugend-Nationalteams-aus-Deutschland-und-Frankreich-trainieren-intensiv;art1223081,3954732) im Vorfeld informiert. Zahlreiche Neugierige ließen sich nur zu gern von den Jugendspieler/innen anleiten und integrieren, so dass (zum Glück) mit einsetzendem Regen um 18.30 Uhr das Spektakel abgebrochen werden konnte

  • Freitag:

Ab 14 Uhr war die Bevölkerung in einer Pressemitteilung zum „öffentlichen Showtraining“ geladen.

Sehr viele Interessierte fanden sich bereits vor 14 Uhr ein und konnten so mit viel Bewunderung und Applaus das Halbfinale und das Finale des Schusswettbewerbes verfolgen. Auch die beiden anstehenden Abschluss-Tripletten wurden mit viel Anerkennung belohnt.

Als Tagesabschluss und für die Spieler/innen und Trainer als Lehrgangs-Abschluss wurde der Freitag mit bunt zusammengewürfelten Teams noch etliche Spiele mit allen Anwesenden gespielt, was erwartungsgemäß bei Allen gut ankam und auch bis in die späten Abendstunden kein Ende nehmen wollte.

 

 

Eine anstrengende Woche, aber in jedem Jahr aufs Neue das gemeinsame Resümee:

„Ein intensives Erlebnis , das sowohl die Zusammenarbeit und auch Freundschaft mit Frankreich, als auch die Zusammengehörigkeit innerhalb des Deutschen Kaders enorm unterstützt und festigt“.

 

Bericht als pdf-Datei mit Bildern.